Behandlung - Jenseits von Medikamenten
Medikamente dürfen nicht die einzige Unterstützung sein, die Patienten
und Betroffene erhalten. Es gibt viele Institutionen, die ausser dem Arzt
/ der Ärztin und den Angehörigen helfen können. Verschiedene
Spitäler haben Abteilungen, die auf demente Patienten spezialisiert sind
(sogenannte Memory-Kliniken). Deren Angebote können meist auch ambulant
genutzt werden. Ihr Arzt / Ihre Ärztin kann Ihnen den Kontakt vermitteln.
Hilfreich sind solche Kliniken auch bei alleinstehenden Patienten. Solange
diese allein leben, fehlt ihnen die Unterstützung und Hilfe durch Angehörige.
Diese Aufgaben können u.a. durch sogenannte "ambulante geronto-psychiatrische
Dienste" übernommen werden.
Konkret gibt es folgende Angebote:
Psychoedukation: Kranke und Angehörige erhalten alle notwendigen Informationen über die Krankheit und deren Verlauf.
"Gedächtnistraining": Hinweise, wie man mit nachlassendem Gedächtnis umgehen kann (praktische Hilfe über Computer, Merkzettel, Kalender, Pager, aufgestellte Gegenstände, etc.) sind weit nützlicher, als das Lösen von Denksportaufgaben. Da Alzheimer gerade das Lernen beeinträchtigt, sollte darauf geachtet werden, die Patienten nicht zu überfordern oder mit solchen frustrierenden Aufgaben zu demotivieren.
Alltagstraining: Routineaufgaben einüben, Möglichkeiten zur Orientierung über Ort und Zeit geben (z.B. weiterentwickeltes ROT-Training: Realitätsorientierungstraining: mit Betonung auf Orientierungshilfe, Verzicht auf Korrekturen).
Erinnerungstraining mit Verwandten, Fotoalben, Düften, Speisen etc. zur Erhaltung der eigenen Identität (z.B. SET: Selbsterhaltungstherapie: bestätigende Rückmeldungen (Validation) durch die Angehörigen, Erfolgserlebnisse in Gruppe, systematische Beschäftigung mit wertvollen Erinnerungen).
Bewegungstherapie: Tanzen, Spazieren, Laufen können eine Quelle von Selbstbewusstsein und Wohlbefinden sein; ausserdem sind bestimmte Gehirnfunktionen mit Bewegungen gekoppelt, so dass diese durch körperliches "Training" eher abgerufen werden können.
Musik- und Kunsttherapie: Wenn die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt, kann Ausdruck und Kommunikation auf künstlerischen Ebenen stattfinden.
Autogenes Training: Instruktion muss für Alzheimer-Patienten angepasst sein (eignet sich auch gut für Angehörige)
Selbsthilfegruppen für Betroffene im Anfangsstadium und Angehörige.
Methoden der Komplementärmedizin, um das Ich und das Wohlbefinden zu stärken (Homöopathie, Akupunktur, Massagen (inkl. Fussreflexzonenmassage), Aromatherapie, etc.).
Soziale Unterstützung: Hilfe bei Inanspruchnahme von Versicherungen, externer Hilfe, Pflegeheimen; Beantwortung rechtlicher Fragen.
Psychotherapie / Verhaltenstherapie für Angehörige: um Beistand im Umgang mit schwierigen Kranken oder mit der eigenen Hilflosigkeit zu erhalten.
Ärztlicher Beistand auch für Angehörige: um diesen bei Anzeichen von Depression, Angst- oder Schlafstörungen die richtige Hilfe zukommen zu lassen.
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Übrigens: Die beste Therapie besteht darin, Patienten in ihrem Umfeld zu belassen. Je aktiver eine Person körperlich und geistig ist, desto länger können die Symptome der Alzheimer-Krankheit in Schach gehalten und so die Lebensqualität verbessert werden. Aber Achtung: die Gefahr der Überforderung der Angehörigen ist gross. |
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